Stress

Wer morgens erschöpft bei der Arbeit ist, war abends vielleicht zu lange am Handy!?

Dank des Smartphones kann man sein Büro verlassen, ohne die Arbeit unterbrechen zu müssen oder Angst zu haben, wichtige Anrufe zu verpassen. Hat man an einem langen Arbeitstag nicht mehr alle E-Mails im Büro gelesen, kann dies noch schnell vor dem Schlafengehen zu Hause nachgeholt werden und somit vermeintlich Zeit für den nächsten Tag im Büro gespart werden. Denn auch andere Mitarbeiter und sogar die Führungskräfte sind zu diesen späten Stunden noch fleißig. W, warum sollte man selbst die Zeit also nicht nutzen und auch Präsenz zeigen? Jedoch zeigen Aaktuelle Untersuchungen zeigen jedoch, dass die Erwartung der ständigen Erreichbarkeit auch negative Konsequenzen hat: der Versuch, am Abend vor dem Schlafengehen noch einige Aufgaben zu erledigen, führt zu verminderter Leistungsfähigkeit am nächsten Morgen. Die Ursache ist laut Barnes und Kollegen schnell erklärt: Smartphonenutzung ist schlecht für einen erholsamen Schlaf, doch ausreichend guter Schlaf ist wichtig für die Leistungsfähigkeit am nächsten Tag.

Studie zur Auswirkung der abendlichen Smartphonenutzung

Lanaj, Johnson und Barnes (2014) untersuchten die Auswirkungen der abendlichen Smartphonenutzung auf die Leistungsfähigkeit von Arbeitnehmern. In einer ersten Studie sollten 82 Manager über einen Zeitraum von 2 Wochen mehrere Umfragen pro Tag ausfüllen. Die Ergebnisse der einzelnen Teilnehmer wurden über den Erhebungszeitraum individuell betrachtet und verglichen, sodass Aussagen zu täglichen Effekten getroffen werden konnten. Die Ergebnisse zeigten: spätabendliche Smartphonenutzung reduziert den Schlaf und die Teilnehmenden waren sind am nächsten Morgen müder. Die Folge: die Teilnehmer waren sind erschöpft bei der Arbeit. Eine weitere Ursache kann auch das blaue Licht der Smartphonebildschirme sein: dadurch wird die Ausschüttung des schlaffördernden Hormons Melatonin verringert.
Um sicherzugehen, dass der gefundene Effekt tatsächlich auf die Smartphone-Nutzung zurückging zurück zu führen ist und nicht vielleicht durch andere elektronische Geräte wie den Fernseher verursacht wurden, führten Lanaj und Kollegen eine weitere Studie durch. Hier sollten nun 161 Angestellte zusätzlich auch noch die Zeiten notieren, zu denen andere elektronische Geräte wie der Fernseher, Laptop oder das Tablet genutzt wurden. Diese Untersuchung Ergebnisse bestätigten jedoch erneutdie erste, dass d: Die Länge der Smartphonenutzung hat die stärksten negativen Effekte auf die Leistungsfähigkeit der Teilnehmenden hat.

Führungskräfte in einer Schlüsselposition

Diese Ergebnisse der Studien zeigen, dass sich die arbeitsbezogene Smartphone-Nutzung nach Feierabend sich auf die Produktivität am Folgetag auswirken kann. Dessen sollten sich Führungskräfte sollten sich dessen bewusst sein und sowohl die direkten Nachteile für die Angestellten als auch die indirekten für die eigene Organisation verringern, ohne dabei die beidseitigen Vorteile der Smartphones zu vernachlässigen. Eine Lösung dafür lässt sich aus den Untersuchungen von Harvard-Professorin Leslie Perlow ableiten: Sie konnte zeigen, dass die Einführung von festgelegten Zeiten ohne Smartphonenutzung hilfreich sein kannönnen (Perlow, XXX). Diese sollten – im Einklang mit den Ergebnissen der aktuellen Studie – am besten am Abend liegen. Dann können die Beschäftigten von der Arbeit abschalten und sind nicht dem wachhaltenden blauen Licht der elektronischen Bildschirme ausgesetzt.
Außerdem sollten Führungskräfte sich ihrer Rolle als Vorbild bewusst sein, um die Erwartung deran ständigen Erreichbarkeit bei dender Mitarbeitern zu senken. Wenn diese keine Mails mehr am späten Abend vom Vorgesetzten bekommen oder explizit geregelt ist, dass diese nicht unmittelbar beantwortet werden müssen, fühlen sie sich auch nicht verpflichtet, kurz vor dem Schlafen gehen ihr Postfach zu kontrollieren und selbst noch spät E-Mails zu verschicken. Doch egal ob mit oder ohne vorbildliche Führungskraft sollte sich jeder über die Auswirkungen der spätabendlichen Smartphonenutzung bewusst sein und diese selbst regeln und eingrenzen.

Ziel: Eine gemeinsame Lösung finden

Da unser Smartphone mehr und mehr ein fester Bestandteil in unserem Alltag ist, müssen Unternehmen Lösungen finden, wie sie auf die Smartphone-Nutzung bei der Arbeit reagieren. Die Studie von Barnes und Kollegen hat gezeigt, dass es einen Tradeoff zwischen ständiger Erreichbarkeit und dem Ausgeruhtsein gibt. Unternehmen müssen sich dessen bewusst sein und sollten deshalb nach geeigneten Lösungen suchen, die die Interessen der Beschäftigten und des Unternehmens gleichermaßen berücksichtigen.

Originalartikel zum Nachlesen:

Barnes, C.M., Johnson, R. & Lanaj, K. (2014). Beginning the workday yet already depleted? Consequences of late-night smartphone use and sleep. Organizational Behavior and Human Decision Processes, 124, 11-23.

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